Weihnachten in einem anderen Land

Irgendjemand ist auf den Hund getreten.

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Es fing so an: Um drei Uhr war Mutti zurück vom Mitternachts­gottesdienst. Sie schaltet den Herd an, eine zehn Kilo Pute, mit drei Sorten Füllung im Bauch ist schon im Ofen. Sie wartete bis der Ofen warm wird und ging ins Bett. Dann fängt es wirklich an.

„Es muss so weit sein, der Weihnachtsmann war bestimmt da gewesen, er ist durch den Schornstein geklettert und hat unsere Geschenke geliefert.“ „Nein, nein, nein, Ihr Beiden! Es ist immer noch dunkel und die Uhr zeigt erst Mitternacht. Zurück ins Bett!“ Meine kleinen Brüder wollen unbedingt ihre Geschenke auspacken, aber sie müssen warten bis es hell wird. Irgendjemand hatte alle die Uhren im Haus um drei Stunden zurückgestellt, letztes Jahr waren die Fenster geschwärzt.

Es wurde hell, die Jungen haben alles ausgepackt und auseinander genommen, es wurde gefrühstückt. Lasst das Streiten anfangen. Es müssen Girlanden unter der Decke hängen, es ist Tradition, aber sie fehlen. Papi ist zuständig, warum hat er es nicht gestern oder letzte Woche erledigt. Er tut es, er schimpft, er fällt von die Trittleiter runter, er schimpft weiter.

Jedes Jahr müssen Mutti und Papi am Weihnachtstag streiten, worüber ist egal und wenn es auch nichts zu streiten gibt, denn Warum-ist-die-Pute-noch-nicht-fertig? Es wird heftig, wie jedes Jahr, aber es ist Tradition.

Ausnahmsweise ist dieses Jahr alles auf dem Tisch um ein Uhr. Papi tranchiert alles und steckt alles auf einen Teller. Mutti versteht nie warum irgendjemand das ganze Fleisch bekommen soll, weiter streiten. Papi serviert den Wein, der passt nicht zum Putenfleisch wie üblich, aber nichts passt zu einem Fleisch das keinen Geschmack hat. Nah, ja, der Wein narkotisiert uns alle.

Ein unbeschreibliche Geräusch! Irgendjemand ist auf den Hund getreten. Blöder Onkel Albert will unbedingt Monopoly spielen. Irgendjemand hat den Weihnachtsbaum umgekippt. Eine schöne Bescherung. Aber Großtante Hilda ist immer noch happy, Papi hat sie noch nicht geschlagen. Warum hasst er die Großtante so, letztes Jahr musste sie ins Krankenhaus.

Es ist leider drei Uhr und alle Fernsehkanäle zeigen die Rede von unserem beliebten Großfürsten. Er sitzt in seinem Palast und verlangt, dass wir alle glücklich sind oder sein sollen. Ich gehe nach draußen. Es ist nicht so kalt, die Luft ist frisch. Am Ende des Gartens kotzt die Katze alles aus – irgendjemand hat sie mit Fleisch gefüttert, leider mit Kleinknochen drin.

Ja, der Herr oder die Frau Ergent Yehmand ist zuständig für alles, aber Morgen ist der 26. Dezember und es wird kaltes Putenfleisch mit eingelegten Zwiebeln geben. Aber nicht vergessen, Tiny Tims Gebet: Gott segne jeden von uns!