Tunnel

Ich bin immer im Tunnel, ich kann immer Licht sehen, aber Looby Loo ist immer nett.

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Copyright © 2011, Michael M Wayman


Die Journalisten waren alle weg, auch viele der Politiker, es war eine Bereicherung.


Pfungstadt

Ich weiß es nicht, war der Tunnel so lang? Ich bin gelaufen, nicht langsam und nicht schnell, aber erheblich lang, lebenslang. Ich konnte Licht sehen, ich konnte immer Licht sehen, war das Ende des Tunnels nahe?

Im Zimmer waren zwei Frauen, eine Indianerin und Frau Hickmott. Ich wollte Frau Hickmott küssen, aber ich bin durch sie und die Wand gelaufen.

Draußen schien die Sonne, tja, wann habe ich zuletzt die Sonne gesehen? Ich wusste genau, dass ich in Pfungstadt war.

Ein Mann mit einem komischen Hut wollte mir Fragen stellen. Er hatte das Bild einer Frau auf seinem Hemd. Ich habe verlangt, dass er den Hut abnimmt. Ich habe gefragt, wer im Bild steht.

„Ja, ich kann besser denken ohne Hut. Das ist die Kanzlerin, sie wohnt in Berlin.“

Er zeigte mit einem Arm in eine Richtung und ich bin losgegangen.


Warnemünde

Ich wusste Bescheid, dass ich nicht in Warnemünde war; aber es machte keine Probleme, die kamen zu mir, aus allen Richtungen.

Die wollten wissen, wohin ich ging und warum ich ging, obwohl die wussten schon Bescheid. Ich ging nach Berlin, um die Kanzlerin zu treffen.

Das waren die Journalisten, die haben Fragen gestellt, die wollten was wissen, die wollten was besonderes wissen.

Es war unmöglich, ich habe es mehrmals betont, aber immer die gleichen Fragen, immer die gleichen fehlenden Antworten. Aber noch schlimmer:

Die Journalisten in diesem Lande wollen immer wissen wie man heißt und wie alt man ist. Ich habe keinen Namen, und und und, ich darf keinen Namen haben. Und mein Alter? Das spielt bei mir wirklich keine Rolle. Aber noch schlimmer:

Die haben gesagt, ich muss einen Namen haben und haben mir einen verpasst. Das ist leider fast fatal. Die werden ausgeschaltet so zu sagen.

Bald lagen überall im Lande auf meinem Weg nach Berlin die Haufen, die Haufen der komatösen Journalisten.


Hamelin ist Hameln

Ich habe mir Zeit genommen, viel Zeit. Aber ich habe alle die Nungen bemerkt, viel zu viel. Die Leut' haben mir immer den Weg gezeigt. Immer mit dem Arm in die Richtung, da ist die Kanzlerin, sie wohnt in Berlin.

Es gab keine Journalisten mehr, oder keine die Fragen stellen konnten. Aber eine Menge anderer Leut' haben mich die letzten Kilometer begleitet.

Und da war ich, ich war angekommen, ich stand vor dem großen Tor des Kanzlerschlosses. Das Tor öffnetet sich und die Kanzlerin mit ihren Leibwächtern sind herausgekommen.

Die Kanzlerin hat mich sofort umarmt, sie war so nett und lüblich. „Mein Name ist Looby Loo, wir duzen uns.“

Die erste Nacht zusammen war wirklich schön, aber wir haben beide gewusst, dass die große Arbeit vor uns war.


Androscoggin

Wir beide saßen an dem großen runden Kabinettstisch mit einer Menge Beratern.

Das Hauptproblem war der Krieg, er hat nicht wirklich begonnen, aber er kostet viel und beunruhigt das Volk immens. Die Schwaben im Nachbarland haben viel Spätzle und Maultaschen gehortet, um andere Länder zu dröhnen, hauptsächlich unser Land.

Die Berater konnten wirklich nicht sagen, wie gefährlich die Spätzle und Maultaschen waren. Sie aber bestanden darauf, dass die Schwaben keine Möglichkeit hatten, die Sachen zu liefen. Die Schwaben hatten nämlich keine Flugzeuge und keine Raketen. „Sie können nicht liefern und damit sind wir in Sicherheit.“

Nach ein paar Stunden heißer Diskussion haben wir beide uns entschieden. Wir sind zum kleinen TV-Studio im Kanzlerschloss gegangen. „Der Krieg wird einseitig abgelehnt – wir machen nicht mit.“ Es war so viel einfacher so was zu tun ohne Journalisten.

Das Volk hat gejubelt. Die Angst war weg. Es gab, glücklicherweise, keinen Journalisten, die geschrieben hätten, dass wir feige waren und dass die Schwaben uns total platt machen werden.

Die Schwaben in Schwabenland haben gejubelt. Wir sollten Angst haben, wir waren feige, die Schwaben werden uns mit Spätzle und Maultaschen total platt machen.

Die zweite Nacht zusammen war wirklich schön, aber wir haben beide gewusst, dass mehr Arbeit vor uns war.


Wandlitz

Dezimieren die Beamten, ja, das war unsere Entscheidung. Vor der Fernsehkameras haben die Kanzlerin und ich unser Dekret vorgelesen.

Wir wollten fair zu den Beamten sein, obwohl sie hatten es nicht verdient, sie waren wirklich eine Pest. Wir haben es angeordnet, dass sie die komischen Hüte trugen, mussten sie absetzen. Damit könnten sie vielleicht besser denken.

Dezimierung heißt nicht alle toten, nein, es heißt nach eine Woche zehn Prozent der Beamten erschießen und das jeder Woche wiederholen bis kein Beamter übrig war. Natürlich war die Hoffnung, dass die Beamten denken könnten und aufhören bevor sie erschossen wurden.

Und es hat wirklich funktioniert, ich brauchte nur ein paar Beamten zu erschießen.

Aber wir hatten noch andere Probleme. Es gab große Haufen überall in Lande, große Haufen komischer Beamtenhüte und nicht zu vergessen der komatösen Journalisten.

Und noch schlechter, was taten die Schwaben? Sie haben Bergen Spätzle und Maultaschen gekauft. Jeden Tag haben sich die Preise für Spätzle und Maultaschen verdoppelt. Bald wurde keine mehr zu haben.

Und wir hatten immer noch zu viele Nungen von Planungen bis Hoffnungen.

Die dritte Nacht zusammen war wirklich schön, aber wir haben beide gewusst, dass mehr Arbeit vor uns war.


Schmargendorf

Es hat nicht lang gedauert bis der letzte Beamte weg war, Looby Loo war so glücklich. Die Situation in Nachbar Schwabenland war nicht so gut.

Die Schwaben haben so viel Spätzle und Maultaschen gekauft, dass ihre Häuser voll waren. Die Schwaben haben gefrieren, es war Winter, und sie hatten nichts zu essen, sie hatten kein Geld mehr.

Sie waren so stolz, weil sie so viel Spätzle und Maultaschen hatten, aber sie könnten die Spätzle und Maultaschen nicht als Waffen verwenden und, noch schlechter, sie fingen an zu sterben durch Hunger und Kälte. Was tun?

Ich hatte ein paar Ideen. Zuerst haben wir alle die komischen Beamtenhüte nach Schwabenland geschickt und die Leute dort haben sich mit Lagerfeuern gewärmt.

Wir haben auch die komatösen Journalisten hin geschickt. Es war eine moralische Frage, was wäre besser: Ein paar Mahlzeiten zu sein oder ein Gemüse fürs Leben. Die Schwaben haben auch gelernt die Spätzle und Maultaschen zu essen.

Ich war so glücklich mit Looby Loo, war ich am Ende des Tunnels?